Pünktchenkrankheit im Meerwasser (Cryptocarion irritans)

Hallo liebe Kunden, Hallo liebe Meerwasserfreunde!

Die Unterwasserwelt erfreut nicht nur, sondern kann auch Sorgen bereiten. Dann, wenn die Tiere erkranken und im schlimmsten Fall verenden. Cryptocaryon irritans ist das salzige Pandant zum Ichthyophthirius im Süßwasser.

Was ist Cryptocaryon?

Zuerst mag man an Cryptowährung denken oder einen Science-Fiction Film. Cryptocarion ist ein kleiner bewimperter Einzeller (Protozoen) und gehört zur Standardfauna aller wärmeren Meere. Dort leben sie sogar in Koexistenz mit den Wirten (Fischen) zusammen.Dies bedeutet, dass ein Großteil aller Meeresfische damit befallen ist, aber keine Symptome hervorruft und dem Parasiten zur Entwicklung dient. Die Interaktion zwischen Parasiten und Tieren bzw. auch bei uns Menschen ist noch gänzlich unerforscht. Jedoch ist feststellbar, dass Parasiten nicht nur böse, sondern auch heilende Prozesse auslösen können.

Warum habe ich dann in meinem Aquarium Probleme damit?

In unserem Mini-Meer herrscht meist ein parasitenfreies Milieu. Gerade durch großzügige UV-Filterung und Ozoneinsatz. Das durch die pauschale Verwendung von UV-Klärern nicht nur die guten Kleinstlebewesen und gleichzeitig Futter für Ihre Fische abgetötet werden, es erzeugt oxidiert auch das nützliche Bromid zum schädlichen Bromat. Wir gehen später noch mal auf die Notwendigkeit bei einem Parasitenbefall ein. Durch eine hohe Besatzdichte im Heim-Riff kann sich der Parasit sehr schnell verbreiten und findet den optimalen Brutkasten in unseren Becken. Stress beeinflusst ausserdem das Immunsystem der Fische, was aber nur sekundär zu einem schlimmeren Verlauf führen kann und nicht für den Ausbruch verantwortlich ist.

Und wie kommt der nun in mein Becken?

Ganz einfach – durch alles was von einem anderen Becken, sei es Händler oder privat, neu in Ihr Becken kommt. Selbst über Ihre Hände könnte der Parasit übertragen werden. Unbemerkt in unser Beckengelangt startet die Vermehrung bei optimalen Bedingungen. Beim Auftreten der ersten Symptome sollte sofort gehandelt werden. Da im Riff-Aquarium Medikament wegen Korallen und anderen Wirbellosen Tabu sind, kommt hier nun die UV Anlage ins Spiel.

Pünktchen - und nun?

Wenn Ihre Fische auf einmal Symptome zeigen und übersät mit weissen Punkten sind, sollten Sie sofort handeln. Der Parasit ist nur in einem Stadium wirklich zu bekämpfen – dann, wenn er die schützende Schleimhaut der Fische verlässt und als Schwärmer zu Boden fällt. Im unteren Teil des Beckens sollte nun eine eigene Pumpe mit einer UV Anlage angeschlossen sein. Die Filterung im Technikbecken reicht nicht aus! Cryptocaryon beschränken sich anscheinend auf die lichtlosen Nachtstunden. Hier könnten Sie versuchen, das Licht dunkler und in den blauen Bereich zu verschieben. Doch bitte beachten Sie, dass dies Stress für die Korallen und Tiere bedeuten kann. Um die Schwärmer nachts vom Boden ins freie Wasser zu bewegen, sollte für ausreichende Strömung gesorgt sein. Wichtig ist dabei, das Futter mit Knoblauch und Vitaminen anzureichern, um das Immunsystem zu unterstützen. Ein bewährtes Mittel stellt der Farbstoff Malachitgrün und Methylenblau dar. Diese haben eine antimykotische, antibiotische und antiparasitäre Eigenschaft und ist im gewissen Maße auch Riff sicher. Jedoch würde ich das Mittel unter Futter der Tiere Mischen. Die Farbstoffe lagern sich im Gewebe an und töten die Parasiten ab. Bitte beachten Sie die Anwendungshinweise, wenn Sie das Medikament im gesamten Becken verwenden wollen. Viel hilft nicht viel.

Da war doch was mit Quarantäne!?

Ein Quarantänebecken ist ein sinnvolles Werkzeug in der Aquaristik und lege ich jedem Aquarianer ans Herz. Zu Mal der Aufwand nicht immens hoch ist. Gerade zum eingewöhnen von neuen Fischen, zum aufpäppeln oder eben zum Krankheiten auskurieren. Das Q-Becken nimmt dem kranken Fisch den Stress der anderen Fische und man kann sich voll auf die Genesung fokussieren. Ein Anwenden von Medikamenten ist hier dann problemlos möglich. Die Verwendung von Medikamente aber bitte nur mit einer Beratung bei dem Fachhändler Ihres Vertrauens. Ein weitere Vorteil ist die einfache Möglichkeit, den Fisch zu fangen und in ein Süßwasserbad zu setzen. Gerade bei Ektoparasiten wirkt der osmotische Druck wahre wunder. Führen Sie ein Süßwasserbad aber nur durch, wenn der Fisch dafür fit genug ist, denn dies stellt unheimlichen Stress dar. Eine Ausführung ist die Eimer-Methode.

Eimer-Methode

– 3 oder mehr lebensmittelechte Eimer mit Deckel
– Membranpumpe
– ggf. Medikamente

Der erste Eimer dient zum umgewöhnen des separierten Fischs. Danach wird er in einen Eimer mit dem entsprechenden Medikament gesetzt und dort bis zum nächsten Tag mit Membranpumpe belassen. Am nächsten Tag erhält der Fisch ein Süßwassernbad im 3 Eimer. Der 1. und 2. Eimer können in der Zeit desinfizierte und gereinigt werden und mit neuem Wasser plus Medikament angesetzt werden. Bitte achten Sie bei den Medikamenten immer den Zeitplan im Beißpackzettel.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen kleinen Einblick in die Grippe der Fische geben.

Salzige Grüße aus Köln /\/\

Über Christian Jung

Seit der Kindheit fasziniert mich Wasser und dessen Bewohner. In der Jugend mit einem Süßwasserbecken gestartet, betreute ich bald auch Becken in meiner Schule. Die "Jugendliebe" habe ich letztes Jahr wiederentdeckt und mit einem Meerwasserbecken erweitert. Besonders wichtig ist mir der nachhaltige Umgang mit der Natur und ein Betrieb des Beckens unter ökologischen sinnvollen Gesichtspunkten.

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