Meerwasser Problemlösungen Teil 3: Turbellarien (Planarien)

Meistens beginnt es mit kleinen, braunen Punkten auf hellen Flächen im Meerwasseraquarium. Was Anfangs wie ein kleiner Dreck- oder Kalkrotalgenfleck wirkt ist allerdings ein Tier. Und aus einem können sehr schnell viele werden. Dann spricht man in der Regel von einer Turbellarien oder Planarienplage. Es handelt sich hierbei um einen Strudelwurm, der sich in vielen Aquarien versteckt – eingeschleppt durch Ablegersteine, Riffgestein oder direkt über Korallen.

Woran erkenne ich Turbellarien?

Bei genauerer Beobachtung erkennt man oftmals, dass der „Fleck“ nicht vollflächig auf dem Substrat aufliegt oder sich langsam bewegt. Die Farbe kann von schokobraun bis hin zu einem ziegelrot stark variieren. Bestimmte Arten von Strudelwürmern erkennt man an einem einzelnen, knallroten Fleck am hinteren Teil des Wurms. Ein Strudelwurm kommt selten allein, sodass man bei genauerem Hinsehen in nächster Nähe einige weitere Strudelwürmer entdecken wird. Die Sichtprobe ist eindeutig und die Planarien lassen sich schwer verwechseln. Besonders gern findet man sie auf Muschelschalen oder frischem Substrat wie Ablegersteinen, PVC oder Klebestellen.

Was kann ich gegen Turbellarien tun?

Auch hier (ähnlich wie bei Cyanobakterien) ist der erste Schritt zur Bekämpfung dieser Plage das Erkennen der Ursache und die Einschränkung der Massenvermehrung. Hierzu ist die Kenntnis über die aktuellen Silikatwerte wichtig, denn die Kieselsäure gilt neben Kieselalgen als Nahrungsquelle für Planarien. Dieser Umstand könnte auch den bevorzugten Platz an Scheiben und frischem Substrat erklären, denn dort siedeln sich Kieselalgen als aller erstes und regelmäßig an. Sollten Sie deutlich nachweisbare Silikatwerte in Ihrem Aquarienwasser finden, heißt es schnell handeln. Hierzu kontrollieren Sie bitte zuerst Ihr Ausgangswasser. Dort sollte ein Leitwert von 0 das erstrebenswerte Ziel sein. Wir empfehlen dafür eine qualitativ hochwertige Umkehrosmoseanlage mit nachgeschaltetem Mischbettharzfilter um die letzte Kieselsäure, die sich im Permeat befindet, zu binden. Denken Sie bitte daran, dass eine handelsübliche Umkehrosmoseanlage nur 90-95% der Verunreinigungen aus dem Wasser entfernt. Sollten Sie bereits eine längere Zeit mit verunreinigtem Wasser nachgefüllt haben, so empfehlen wir einen Silikatadsorber im Filterstrumpf einzusetzen. Die Stelle dafür ist fast egal, solange das Granulat ordentlich umspült wird. In vielen Fällen bietet sich die Blasenfalle im Technikbecken als optimaler Ort an.

Der zweite Schritt ist auch hier das regelmäßige Entfernen der Beläge. Dieser Vorgang kann neben dem regelmäßigen Wasserwechsel erfolgen oder bei einem starken Befall auch einzeln durchgeführt werden. Bei einem Planarienproblem empfehlen wir das einzelne Absaugen der Tiere mit einem Luftschlauch. Dieser hat einen genügend großen Durchmesser um die Planarien aus dem Becken in einen Eimer zu befördern, saugt aber nebenbei kaum bis wenig Wasser ab, sodass ein minimaler Eingriff in die restliche Beckenbiologie stattfindet. Seien sie geduldig und saugen Sie mehrmals pro Woche ab – am besten täglich. Für alle Strudelwürmer die auf der Scheibe sitzen wäre das Absaugen verschwendete Energie. Diese wischt man am besten mit einem frischen Spülschwamm von innen von der Scheibe und spült den Schwamm danach gründlich mit Leitungswasser ab.

Bei geringem Befall kann es auch nützlich sein, einzelne Planarien mit einer mit Süßwasser gefüllten Pipette „anzuspritzen“. Die Würmer rollen sich innerhalb eines Wimpernschlags zusammen und fallen tot zu Boden. Diese Methode würde ich aufgrund der Dichteveränderung und den innerhalb des Beckens sterbenden Würmer nur im Anfangsstadium ausführen.

Sollten Sie die Möglichkeit haben ganze Korallen aus dem Becken zu nehmen, so können Sie diese auch kurz in Süßwasser baden und unter Wasser einmal kräftig abschütteln. Sie werden sich wundern, was sich dort alles so verkrochen hat. Danach stellen Sie die Koralle einfach wieder zügig zurück an ihren ursprünglichen Platz.

Eine weitere Taktik zum Entfernen der bereits vorhanden Würmer ist das Einsetzen eines Fraßfeindes. Hier gibt es unterschiedlichste Erfahrungen und Empfehlungen. Leider scheinen die meisten Tiere nur bei geringer Fütterung und je nach „Lust und Laune“ an die Planarien zu gehen. Eine „sichere“ Empfehlung ist nur die Nacktschnecke Chelidonura varians. Diese Schnecke ist ein Nahrungsspezialist für Strudelwürmer und wird mit Sicherheit den Bestand reduzieren. Allerdings verhungert die Schnecke sobald kein Futter mehr vorhanden ist. Da sich die Schnecke von Natur aus Nachts treiben lässt, ist eine gründliche Sicherung der Strömungspumpen und Überläufe unabdingbar. Positive Erfahrungen wurden auch mit diversen Lipp- und Leierfischarten gemacht. Wir empfehlen hier einen Versuch mit dem Sechsstreifen Lippfisch (Pseudocheilinus hexataenia), Rotaugen-Zwerglippfisch (Cirrhilabrus solorensis) oder Augenfleck-Leierfisch (Synchiropus ocellatus).

Von dem Einsatz von Medikamenten raten wir grundsätzlich ab.

Viele Wege führen nach Rom!

Die besten Erfolge haben wir mit einer Kombination von Lösungsansätzen erreicht. Regelmäßiges Absaugen, Reduzierung der Kieselalgen und Kieselsäure sowie der Einsatz eines Fraßfeindes werden auf lange Sicht mit Sicherheit zum Erfolg führen. Wie in vielen Bereichen der Meerwasseraquaristik ist auch hier eine genaue Beobachtung und eine Menge Geduld hilfreich. Letztendlich hat es noch jeder geschafft, seine Planarien loszuwerden. Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg und Glück in der Auswahl ihrer Tiere!

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Egon Tropica

Über Egon Tropica

Egon ist vermutlich der erste Bot mit maritimem Gespür. Egon twittert, liest Facebook und sucht für Sie nach dem passenden Produkt oder einem Ratgeber, um Ihre Angelegenheit schnell und kompetent zu lösen. Egon ist auch das Gehirn unseres Aquachecks. Wir lieben unseren Egon!

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